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Es war einmal ein Königreich namens Weroland. Weroland lag wunderschön
inmitten von Hügeln, saftigen Wiesen, fruchtbaren Äckern und blühenden Bäumen.
Ein Fluss verband das kleine Königreich mit der Welt.
Die Zeiten waren gut, die Ernte reich und die Schatzkammern des Reiches
wohl gefüllt. Aus aller Welt kamen junge Menschen in das Land, um an der
berühmten Schule der Hauptstadt zu lernen. Viele von ihnen blieben und
bereicherten das Land mit ihrer Energie und ihren Ideen.
Zwar gab es Kämpfe und Streitereien. Es gab Zerwürfnisse und
unterschiedliche Begehrlichkeiten. Doch weil die Zeiten guten waren und der
König und seine Berater gerechte Menschen, konnten alle Bedürfnisse erfüllt
werden. Der königliche Apparat wuchs dabei und übernahm immer mehr
Aufgaben. Die Bürger lehnten sich zurück wie nach einem feudalen Mahl. Und
so floss das Leben beschaulich und zufrieden dahin. Nur wenige bemerkten die
dunklen Wolken am Himmel. Warnungen wurden als Kassandrarufe abgetan. Währenddessen
bleiben die ersten Ernten aus und der Schatzmeister verkündete eines Tages,
dass die Schatzkammern zur Neige gingen. Man hatte sich sogar schon Gold von
benachbarten Königreichen geliehen.
Jetzt brach ein Hauen und Stechen los unter den Bewohnern des Landes.
Jeder wollte seine Privilegien und liebgewonnenen Annehmlichkeiten schützen.
Gefangen in der Angst zu verlieren, wurden viele sinnvolle Ansätze
verhindert. Die Ältestenversammlung war zerstritten und auch der König
wurde immer stärker zum Ziel von Angriffen. Indessen verschlechterte sich
die Situation zunehmend und immer mehr Menschen zogen sich zurück. So legte
sich der Nebel der Lähmung über das Land. In diesem Nebel wollte keiner
losgehen und nach neuen Ufern suchen. Die es versuchten wurden von den
Anderen und ihren eigenen Ängsten zurückgehalten.
So kam es dass die Menschen immer häufiger zusammensaßen und sagten:
"Wir brauchen wieder einen großen Magier, der uns aus dem Nebel
herausführt, so wie es in unserem heiligen Buch geschrieben steht. Einmal
als sie wieder so zusammen saßen, hörte das Mädchen Sorinna zu. Sie wurde
immer unruhiger. Schließlich stand sie auf und rief: "Wir brauchen
nicht länger zu warten, wir alle sind Zauberer, wenn wir nur wollen."
Stille war im Raum und alle blickten erstaunt auf Sorinna.
Das war ungeheuerlich, was sie sagte und die ersten hoben an, das Mädchen
zu verlachen. Da meldete sich eine stille Frau zu Wort: "Sorinna hat
Recht", sagte sie leise und bestimmt. "Erinnert ihr Euch noch an
die Zeit nach dem großen Sturm? Alles war zerstört und viele von uns
verzweifelt. Aber wir haben zusammengeholfen und das Land wieder aufgebaut.
Schöner und klüger als je zuvor!"
Zustimmendes Murmeln war zu hören. Langsam erhob sich der alte Janis. Er
hatte viel erlebt in seinem langen Leben und er genoss hohes Ansehen. Seine
Augen leuchteten als er zu sprechen begann. "Erinnert euch doch an all
unsere Gaben!" rief er beschwörend. "Wir leben in einer wunderschönen
Landschaft, wir haben Menschen mit vielen unterschiedlichen Begabungen.
Unser Land ist in der ganzen Welt bekannt für seinen Ideenreichtum. Schon
oft haben wir etwas gewagt, was keiner für möglich hielt und immer hat es
sich gelohnt. Lasst uns diese Tradition pflegen.
Die Männer und Frauen in der Runde nickten zustimmend und nachdenklich.
"Laßt uns aufbrechen und zum König gehen!" führ Janis mit
fester Stimme fort. "Er soll eine große Versammlung einberufen für
alle Bewohner des Landes. Dort wollen wir uns gemeinsam beraten, uns unserer
Ideen besinnen und gemeinsam mit unseren Freunden und Feinden an unserer
Zukunft bauen."
So wurde es gemacht. Die Versammlung wurde einberufen und die Bewohner
kamen aus allen Landesteilen. Alte Feindschaften und Vorurteile wurden
beiseite geschoben. Und so entstanden Ideen und Projekte die keiner allein
sich ausdenken konnte. Es wurden verschiedene Wege aus dem Nebel der Lähmung
und dem Sumpf der leeren Schatzkammern erkennbar. Viele Ideen ließen sich
nicht oder nur schwer umsetzen. Viel Arbeit erwartete die Bewohner, aber
alle spürten, dass es sich lohnte. Und so wurde die Versammlung der erste
Schritt auf dem Weg in eine reiche und glückliche gemeinsame Zukunft.
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