1) Gehen Sie unvorbereitet in die Gespräche!
Besonders erfolgreich ist diese Strategie, wenn Sie so tun, als ob Sie
vorbereitet wären und ihr Nichtwissen durch ausschweifende Redebeiträge
wettmachen. Gut kommt es auch, wenn Sie übermüdet sind.
2) Vertreten Sie Ihre Position mit aller Härte!
Dies gilt gerade dann, wenn Sie merken, dass Ihre Position unhaltbar ist.
Schließlich soll keiner sagen, sie hingen Ihr Fähnchen nach dem Wind.
3) Werten Sie Ihren Gegner bei jeder Gelegenheit ab!
Wenn Sie Anregungen brauchen, verfolgen Sie eine Bundestagsdebatte oder
die lokale Gemeinderatssitzung. Besonders wirkungsvoll als Fortbildung
sind auch politisch orientierte Argumentationstrainings und
Rhetorikausbildungen.
Merke: "Wer am Gegner auch nur ein gutes Haar lässt, ist eine Memme
und traut sich nichts".
4) Nutzen Sie die Gelegenheit zur Abrechnung!
Es bietet sich an, den an anderer Stelle angestauten Ärger in der
Verhandlung loszuwerden. Dazu bieten sich natürlich bevorzugt rangniedere
oder wenig angesehene Personen an.
5) Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre Argumentation!
Insbesondere sollten Sie es vermeiden, der Gegenseite zuzuhören. Das ist
nichts als Zeitverschwendung! Schließlich wissen Sie, was Sie wollen.
Sollte sich das Zuhören nicht vermeiden lassen, machen Sie Ihren Unmut
durch Kopfschütteln, Verdrehen der Augen, abfälliges Stöhnen oder
zumindest durch demonstratives Desinteresse deutlich.
6) Konzentrieren Sie sich auf Nebensächlichkeiten!
Diese Strategie ist v. a. dann zu empfehlen, wenn Sie merken, dass die
Anderen gute Vorschläge haben oder Ihre Position nicht haltbar ist.
7) Vermeiden Sie es, dem Gegner Einblick in Ihre Interessenlage zu geben!
Wenn der Gegner weiß, was Sie wirklich wollen und brauchen, unter welchen
Zwängen und Drücken Sie stehen, wird er sonst noch für Sie passende
Lösungsvorschläge entwickeln.
8) Gehen Sie davon aus, dass Ihr Gegner Ihnen nur Böses will!
Diese Haltung ist die Basis für jeden Verhandlungssaboteur. Sollten Sie
Schwierigkeiten mit dieser Haltung haben, so projizieren Sie doch einfach
Ihre ganzen Ängste auf den Gegner.
Merke: "Die Interessen der Verhandlungsparteien widersprechen sich
grundsätzlich".
9) Beachten Sie auch die Räumlichkeiten!
Wo immer möglich, sollten Sie Ihre Überlegenheit schon durch die
Sitzordnung deutlich machen. Ungemütliche Räume mit viel zu großen
Tischen sind ebenfalls ein gutes Mittel zum Verhindern erfolgreicher
Verhandlungen. Achten Sie immer auf ein gehöriges Maß an Störungen. So
können Sie jemanden beauftragen, regelmäßig in die Sitzung zu kommen.
Auf keinen Fall sollten Sie Ihr Handy ausschalten. Schließlich sind Sie
ja wichtig!
10) Je mehr der Andere verliert, desto großartiger ist Ihr Sieg!
Das anzustrebendes Verhandlungsergebnis ist eine vernichtende Niederlage
des Gegners. Versäumen Sie es deshalb nicht, vorhandene Schwächen des
Gegners auszunutzen.
Merke: "Des Anderen Vorteil, ist mein Nachteil!"
11) Achten Sie auf das Zeitmanagement!
Erzeugen Sie Druck, indem Sie viel zu wenig Zeit ansetzen. Wirkungsvoll
ist es auch, viel zu spät zu kommen oder nach wenigen Minuten wegen eines
wichtigeren Termins wieder zu verschwinden.
12) Harmonie um jeden Preis
Ich möchte nicht versäumen, zum Schluss auf eine grundlegend andere
Möglichkeit hinzuweisen, wie man erfolgreiche Verhandlungsergebnisse
verhindert.
Diese Möglichkeit besteht darin, Ihre eigenen Interessen preiszugeben,
damit es schnell zu einer harmonischen Übereinkunft kommt. Seien Sie
versichert: Ihre eigene Unzufriedenheit ist dann eine wunderbare Kraft,
die praktische Umsetzung der Übereinkunft zu sabotieren. Der Vorteil: sie
stehen nach außen gut da und es passiert doch nichts.
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