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Gewaltfreie Kommunikation versucht mit Sprache, Fenster zu öffnen.
Hinter Worten stecken unbewusste Konzepte. Viele dieser Konzepte hindern uns
daran, wirklich das zu bekommen, was wir brauchen und unsere Lebendigkeit zu
genießen. Viele hindern uns auch daran mit anderen in Kontakt zu kommen. Es
lohnt sich daher, hinter die Worte zu schauen und genau zu unterscheiden.
Hierzu einige Anregungen auf dieser Seite, die von Zeit zu Zeit erweitert
wird.
Natürlich und gewohnt
Unsere Art zu sprechen und miteinander umzugehen, haben wir über viele
Jahrzehnte gelernt und eingeübt. Sie erscheint uns nur allzu natürlich.
Eine andere Art zu sprechen, erscheint uns oft gestelzt, ungewohnt -
unnatürlich. In Wirklichkeit ist sie aber nur ungewohnt. Wir kennen dies
vom Fremdsprachenlernen. Chinesisch ist für uns ausgesprochen ungewohnt,
für Chinesen aber die natürlichste Sache der Welt. Wenn wir etwas Neues
lernen wollen, neue Wege gehen wollen, dann bleibt uns diese Phase des
Ungewohnten und Hölzernen selten erspart. Dabei vergessen wir dann allzu
leicht, dass auch schon dieses Hölzerne unsere Möglichkeiten erweitert.
Oder ist es etwa nicht wunderbar, wenn man im Urlaubsland, die ersten Fragen
versteht und einige Brocken zu Unterhaltung beitragen kann.
Das gleiche Muster finden wir übrigens in der Diskussion, darum, ob
Kriege nun zur Natur des Menschen dazugehören oder nicht. Sieht man sich
die letzten Jahrtausende unserer Geschichte an, so kann man leicht zu dem
Schluss kommen, dass Kriege etwas "Natürliches" sind. William Ury
zeigt in seinem Buch "The
Third Side" sehr eindrucksvoll, dass Vieles dafür spricht, dass
wir uns nur daran gewöhnt haben. Er weist nach, dass es für den größten
Teil unserer Menschheitsgeschichte keine Hinweise für die Existenz von
Kriegen gibt.
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Empathie und andere Formen des Gesprächs
Empathie ist eine der Fähigkeiten, die
wir in der Gewaltfreien Kommunikation fördern wollen. Ziel der Empathie ist
es, eine Verbindung herzustellen zu den Gefühlen und Bedürfnissen des
Anderen. Dies geschieht überwiegend durch tiefes Zuhören. In unserer
Gesellschaft sind andere Formen des Gesprächs üblicher wie beispielsweise
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Ratschläge |
„Ich finde, du solltest ….“ „Warum
hast du nicht …“ |
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Verstärkung |
„Das ist noch gar nichts, hör erst
mal was mir passiert ist“ |
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Belehren |
„Das kann sich eine sehr positive
Erfahrung verwandeln wenn du nur … |
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Trösten |
„Das war gar nicht dein Fehler, du
hast dein Bestes getan |
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Sympathie |
„Das kenne ich auch“ „Männer!“ |
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Mitleid |
„Ach du Arme, du hast es aber auch
sehr schwer“ |
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Verhören, Analysieren |
„Wann hat das angefangen?“ „Hatte
deine Mutter eine schwere Kindheit?“ |
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Erklären, Rechtfertigen |
„Oh ich hätte ja angerufen, wenn…“ |
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Argumentieren |
„Also so ist das nicht gewesen …“
„So kannst du das nicht sagen“ |
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Geschichten erzählen |
„Das erinnert mich daran, wenn ich“ |
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Ermutigung |
„Komm lass den Kopf nicht hängen,
die Sonne scheint …“ |
Für all diese Formen gibt es einen rechten Zeitpunkt. Sie lenken aber von
den Gefühlen und Bedürfnissen des Anderen ab.
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