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Im Zeitraum vom 13. bis 19. August sind 17 Familien
mit insgesamt 32 „Kindern“ im Alter von 1 bis 22 Jahren für 6 Tage in
einem Seminarhaus in der Nähe von Göttingen zu einem GfK – Summercamp
zusammengekommen. Vormittags wurden von den zertifizierten Trainern
Kirsten Kristensen, Gerhard Rothhaupt, Marianne und Markus Sikor Workshops
angeboten, während die Kinder durch das Team von Ela Herlet, Isabell
Peters und Georgis Heintz liebevoll betreut wurden. Die Kinder hatten
grundsätzlich die Möglichkeit auch an den Sessions teilzunehmen oder mit
den anderen auf wilde Entdeckungstouren zu gehen, spannende Geschichten
vorgelesen zu bekommen oder ihrer Kreativität durch ein vielfältiges
Angebot voll zu entfalten und jede Menge Spaß dabei zu haben. Der
Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde für zusätzliche Angebote
der anwesenden Teilnehmer genutzt. In der Abendrunde hatten alle die
Möglichkeit zu Feiern und zu Bedauern. Soviel zum „Organisatorischen“.
Nun zum Feiern:
Ich feiere die Möglichkeit, das, was mir wichtig ist,
auch mit der ganzen Familie erleben zu können – mir nicht extra eine
kinderfreie Zeit schaffen zu müssen, um mein Weiterkommen in der GfK zu
ermöglichen – und gleichzeitig, dass die Kinder die Möglichkeit haben,
andere Giraffenfamilien zu erleben. Marie spricht in diesem Zusammenhang
von einem „großen Unterschied“. Ich nehme an, sie spürt den
wertschätzenden Umgang miteinander und die Leichtigkeit, nur das zu tun,
was unser Leben gerade bereichert.
Die TrainerInnen sprachen anfangs die Einladung aus,
Kinder in den Sessions Willkommen zu heißen. Für den Fall, dass die
Bedürfnisse eines „erwachsenen“ Teilnehmers durch die Anwesenheit der
Kinder nicht erfüllt werden, schlugen sie vor, einen Giraffentanz mit den
Kindern zu beginnen, mit dem Ziel, Wege zu finden, die die Bedürfnisse
aller erfüllen. Ich war zunächst skeptisch, aber auch wahnsinnig gespannt,
ob das wohl funktionieren könnte. Umso erstaunter war ich, zu sehen, mit
welcher Bereitschaft die Kinder oftmals die Bitten, die direkt an sie (und
nicht an ihre Eltern) gestellt wurden, erfüllt haben. Ein Junge hat sich
entschieden bei uns zu bleiben und leise zu malen und als alle seine
Blätter voll waren, stand er auf, um sich neue Blätter zu besorgen. Seine
Augen strahlten, als er gleich von mehreren Seiten Blätter gereicht bekam.
Der achtsame Umgang miteinander, die Bereitschaft zu unterstützen und die
Freude am Geben und Nehmen haben mich sehr berührt.
Erstaunt war ich auch, zu welchen Zeitpunkten die
Kinder auftauchten oder „laut“ wurden. Immer wieder stellte ich mir die
Frage: „Wieso gerade jetzt?“. Als ob es eine unsichtbare Verbindung gibt
und die Kinder spüren, wann ihre Eltern Unterstützung brauchen. Ich kann
mich an einen 4Jährigen erinnern, der gerade in dem Moment rein kam, als
die Mutter an ihrem Schmerz ankam und unbedingt jetzt sofort etwas von der
Mutter brauchte. Nachdem wir uns mit seinen Bedürfnissen verbunden haben
und die Mutter ihm versichern konnte, dass es ihr gut geht und sie sich
freut, dass er hier sei, wurde er ruhig, und konnte schließlich auch
wieder gehen. Ein anderer Junge erklärte diese Verbindungen zwischen den
Menschen mit „unsichtbaren Luftschnüren“. Ist doch klar – oder!
Zudem fiel mir mehrere male auf, dass Kinder in den
Momenten lauter wurden, in denen auch meine Aufmerksamkeit irgendwo war.
In den Momenten jedoch, in denen ich eine starke Verbundenheit gespürt
habe, waren auch die Kinder leise in ihrem Spielen. Gelegentlich
unterbrachen sie auch ihr Spiel und verfolgten das Geschehen. Ich glaube
deshalb, dass auch sie diese kraftvolle Stimmung gespürt haben. Diese
Erfahrung stärkt mich in der Annahme, dass wir alle Menschen mit
Bedürfnissen sind und dass es so etwas wie „Kinder“ und „Erwachsene“ gar
nicht gibt.
Ich feiere das Wachsen und die Veränderung in der
Beziehung zwischen den Eltern und den Kindern, die ich beobachten konnte.
Eine Teilnehmerin sagte sinngemäß: „Zum ersten mal seit Jahren merke ich,
dass ich nicht dafür verantwortlich bin, was meine Kinder tun. Und noch
dazu sind sie willkommen, sie haben einen Platz in der Gruppe, gehören
ganz selbstverständlich dazu und werden ernst genommen – an Stelle von
potentiellen Störenfrieden.“ Wie viel einfacher ist es doch, die Kinder
als wunderbare Menschen zu sehen, wenn wir als Eltern nur für das
Verantwortung übernehmen, was wir tatsächlich beeinflussen können.
Besonders berührt war ich, mit welcher
Selbstverständlichkeit meine Kinder in der Abendrunde gefeiert haben.
Marie sagte: „Ich feiere, dass Gerhard uns heute früh die
Giraffensprache erklärt hat und das Basteln mit Filz und ich feiere, dass
wir jetzt alle hier feiern. Ich hab noch nie mit so vielen gefeiert“
und Elia: „Ich feiere, dass ich meine Mama hab!“. Was für ein
Geschenk - es erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit, zu sehen dass meine
Kinder Werte (oder sind es Bedürfnisse?), wie Lebensfreude, Wertschätzung
und Dazugehörigkeit, die für mich sehr wichtig sind, mit einer
Leichtigkeit, eben - einfach mal so – leben. Das gibt mir Kraft und Mut
und Zuversicht und Bestätigung, dass mein Weg, die GfK zu LEBEN, unser
Miteinander bereichert. An dieser Stelle möchte ich allen danken, die
dabei waren und dadurch zu dieser Erfahrung beigetragen haben.
Schließlich nehme ich noch neben all den
Erinnerungen, in denen meine Bedürfnisse nach Nähe, Verbundenheit,
Austausch, Lernen und Wachsen erfüllt waren, ein wunderschönes Lied mit,
das immer mal wieder von einem von uns angestimmt wird, mich stets an all
die erfüllten Bedürfnisse erinnert und dadurch zu einer meiner Tankstellen
für „Giraffensaft“ geworden ist.
Zum Schluss noch ein Dank an das Team für die Arbeit,
den Einsatz, die Mühe und die stete Präsenz. Ich gehe mit einem reichen
Schatz und der wachsenden Einsicht, dass es mir immer häufiger gelingt,
nur das zu tun, woran ich wirklich Freude habe.
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