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Mein musikalischer Weg zum „Inneren Kind“

Musik begleitet mich seit ich 15 bin intensiv. Sie war lange die einzige Möglichkeit für mich auch die zarteren Gefühle zu fühlen. Nicht verwunderlich also, dass auch meine Arbeit mit dem inneren Kind seinen musikalischen Niederschlag findet. Möchte ich eine ganz persönliche Liedauswahl zum Thema vorstellen und das mit meiner Geschichte und Aspekten unserer Arbeit mit dem inneren Kind verbinden. Dabei bringe ich ganz klar auch meine männliche Perspektive ein, was bedeutet, dass ich nicht nur die sonst mit diesem Thema verbundenen sanften Lieder ausgewählt habe. Ich hoffe, dass sich auch Frauen darin wieder finden oder es nutzen um (ihre) Männer besser zu verstehen.

Beginnen wir mit „Meine Soldaten“ von Maxim. Alles andere als ein üblicher Song über das Innere Kind. Aber Maxim beschreibt hier auf so eindrückliche Weise wie es mir und vielen immer wieder geht in dem Versuch, meine Gefühle, meine Verletzlichkeit, zu unterdrücken. Statt wirklich zu fühlen, mich verletzlich zu zeigen, schicke ich meine Soldaten los, werde hart wo ich innerlich eigentlich ganz zerbrechlich bin. Das Schlimmste scheint mir in diesen Situationen, diese Zerbrechlichkeit zu zeigen. Und so lass ich ein ums andere Mal mein verletzliches inneres Kind allein, bleibe einsam damit, suche eine Gelegenheit Streit anzufangen, ziehe mich zurück… Und für meine Partnerin ist es besonders schwierig mit mir zu sein. Sie spürt vielleicht die Verletzlichkeit wird aber mit der Soldatenseite konfrontiert. Wie gut, dass das immer seltener passiert.

Und wenn mein verletzlicher Anteil, mein inneres Kind immer wieder verleugnet und allein gelassen wird, kann es sein, dass es scheinbar abstirbt. Mir war dieser Teil so fremd, wie tot und bei den ersten Versuchen, in Kontakt zu kommen, ging es mir wie Anthony von Anthony and the Johnsons in „I fell in love with a dead boy“. Ich fand ein lebloses Wesen und noch immer stellt sich dieser Teil immer wieder tot. Und was ihn zum Leben erweckt, ist dieser liebevolle Umgang wie Anthony ihn in dem Lied so wundervoll beschreibt. Eines meiner Lieblingslieder – auch wenn das Ende für mich nicht zutrifft 😉

Und im Kennenlernen braucht es viel liebevolle, wertschätzende Zuwendung und dann kommt immer wieder das Erstaunen, wie denn irgendjemand dieses wundervolle Wesen das ich bin weniger als wunderschön sehen konnte. Und hier passt „How could anyone ever tell you, you are anything less than beautiful“ von Libby Roderick. Das Original finde ich sehr viel lebendiger als die Fassung von Shaina Noll, die aber wohl bekannter ist (hier mit Text).

Was es in jedem Fall braucht, ist ein wirklich zarter und zugewandter Umgang mit mir selbst, mit den Anteilen des Inneren Kindes, so wie es Karen Drucker in „Gentle with myself“ sanft und doch kraftvoll beschreibt.

Und wenn wir uns dem immer wieder liebevoll empathisch zuwenden, beruhigt sich etwas in uns, die Qualitäten des inneren Kindes werden integriert und wir werden immer mehr zu einem Segen für uns und für die Welt, wie es Karen Drucker in „Blessing to the world“ besingt. Und wir können immer mehr singen und tanzen „Ich bin was ich bin“ (hier in einer deutschen Fassung mit etwas unruhiger Kamera aber schöner Stimme).

Ein Kommentar zu “Mein musikalischer Weg zum „Inneren Kind“”

  1. Andrea sagt:

    Lieber Gerhard,
    Danke, ich finde es wohltuend deinen Text zu lesen und Schritt für Schritt die Lieder zu hören.
    Leider funktioniert bei mir der link zum „ich bin was ich bin“ nicht. Wunderbar ist für mich das Original von „How could anyone ever tell you..“ kennenzulernen. Das gefällt mir auch viel besser.
    Sprießende Frühlingsgrüße von Andrea

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