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Zeit für Frieden – Zeit für GFK

Dieser Artikel erschien in der Januarausgabe des Lebensart-Newsletters des Osterberginstituts.

Martin Luther King

Martin Luther King

Vor fast 50 Jahren hielt Martin Luther King seine berühmte Rede „I have a dream“. Heute ist vieles zumindest teilweise verwirklicht von dem, wovon er träumte. Auch ich habe einen Traum : Von Frieden auf Erden, von einer Welt ohne Verlierer, von einer Welt, in der wir unsere Verbundenheit spüren können, einer Welt der Kooperation statt rastlosen Wettbewerbs. Ich schreibe diesen Artikel in der Vorweihnachtszeit und es ist eine schöne Erinnerung, dass Jesus diesen Traum so tief in unsere Kultur gepflanzt hat. Und es sind viele, die diesen Traum haben auch wenn er scheinbar so naiv scheint. In einer Zeit, in der die Gewalt auf der Welt wieder näher rückt, scheint es mir angesagt uns auf diesen Traum zu besinnen und dafür zu gehen, dass er Wirklichkeit wird. Dass wir uns erinnern, dass wir Menschen zu fürchterlichen Grausamkeiten in der Lage sind, aber eben auch zu wundervollen Taten des Mitgefühls, der Liebe, zur Versöhnung und zum Aufbau von Frieden.

Es ist wie in der Geschichte vom alten Indianer und seiner Enkelin. Der Großvater sagt: „Ahhh, ich bin so zerrissen. Es ist als ob zwei Wölfe in mir miteinander kämpfen.“ Die Enkelin ist ganz gebannt und fragt mit großen Augen: „Großvater! Und wer gewinnt?…“ Der alte Indianer schaut sie freundlich an und antwortet: „Der, den ich füttere“.

Es ist an der Zeit, dass wir den Wolf in uns und in unserer Gesellschaft und der Welt füttern, der uns unserem Traum näher bringt. Jeden Tag bekommen wir tausendfach die Geschichten vom Erfolg der Gewalt erzählt. Der Held, der den Bösen mit Gewalt bezwingt und über ihn siegt, ist einer der zentralen Mythen unserer Gesellschaft.

Es ist Zeit, dass wir aufwachen und uns auf das besinnen, was wir schon längst wissen: Hass lässt sich nicht mit Hass bekämpfen, Krieg nicht mit Krieg, Dunkelheit nicht mit Dunkelheit. Das sogenannte Böse lässt sich nicht ausschalten mit Dömonisierung, Feindbilder und Bomben. Was es braucht, ist, dass wir die Menschlichkeit in allen sehen und sie stärken. Es braucht ein Miteinander, Versöhnung und ein kraftvolles, mutiges Eintreten für wiederherstellende Gerechtigkeit in der Welt. Ich werde es vielleicht nicht mehr erleben. Aber meine vor kurzem geborene Enkelin schon eher. So wie ich erleben darf, was für meinen Opa undenkbar war: Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland.

All das sind große Worte, große Träume. Doch was wir brauchen, ist natürlich auch praktisches Handwerkszeug, neue Wege für unser Denken und Handeln. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg ist für mich deshalb so faszinierend, weil sie den Bogen schlägt zwischen dieser großen Vision und meinem praktischen kleinen Leben. Weil sie mir hilft immer mehr diesen Traum von einem mutigen, quicklebendigen, ehrlichen Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. In mir, mit meinen liebsten, im Seminar, in meinem Umfeld und in der Welt.

 

Und hier auch noch etwas Werbung: Auf der Tagung  „Kommunikation, die verbindet“ vom 4.-6.3. 2016 am Osterberginstitut bietet sich die Möglichkeit, Gewaltfreie Kommunikation und das spannende Process Inquiry gemeinsam (neu) kennenzulernen.

Und wer Alternativen zum inneren Krieg kennenlernen und einüben will ist vielleicht bei „Wut und Ärger produktiv nutzen“ vom 18.-19.3. am Osterberginstitut gut aufgehoben.

Und denen, die tief greifende Veränderungen hin zu mehr innerem und äußerem Frieden in ihrem Leben erreichen wollen, empfehle ich unser Jahrestraining „Abenteuer Ehrlichkeit und Einfühlung“ ab 2.-5.6. am Osterberginstitut.

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