Warum GEWALTFREIE Kommunikation?

Ein Plädoyer

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Viele Menschen stören sich am Wort „Gewaltfrei“ in „Gewaltfreie Kommunikation“. Zum einen sehen sie sich nicht als gewalttätig (s. hierzu meinen Artikel „Gewalt – eine Kurzbetrachtung„), zum Anderen wird oft kritisiert, dass hier eine Definition über eine Verneinung passiert. Viele wählen daher Ersatzbegriffe wie „einfühlsame Kommunikation“ oder „wertschätzende Kommunikation“.

Für mich gehen dabei möglicherweise wichtige Aspekte verloren und ich bin sehr angetan über den Begriff, seit ich mehr über die Hintergründe weiß. Marshall Rosenberg stellt seine Arbeit ganz klar in die Tradition von Mahatma Gandhi, der bekanntlich nicht nur einfühlsam oder wertschätzend war, sondern auch sehr konsequent für seine Überzeugungen eingetreten ist und eine enorme Macht mobilisiert hat. Aber eben keine Macht, die auf Entmenschlichung beruht, sondern darauf baut, dass Menschen sich von ganzem Herzen für ihre Sache einsetzen und ihren Werten sowie ihrer Menschlichkeit treu bleiben. Marshall Rosenberg nennt diese Form von Macht „Macht mit“ und unterscheidet sie von „Macht über“, der Macht, die auf Herrschaft und Angst und Bestrafung beruht. Dazu passt sein Satz „NVC is for powerhungry people – GFK ist für machthungrige Menschen (s. Artikel „GFK für machthungrige Menschen„).“

Gandhi nannte seinen Ansatz „Ahimsa“. Dieses Wort kommt aus dem Sanskrit und er schrieb dazu „Ahimsa ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt, es ist intensive Liebe“.

Und was bedeutet wiederum Liebe in diesem Zusammenhang? Meine Kollegin Miki Kashtan schrieb dazu ganz wundervoll in ihrem entsprechenden Artikel: „Es scheint mir, dass Jesus und Gandhi … in Liebe die volle radikale Akzeptanz der Menschlichkeit jeder Person sehen, unabhängig davon, wie unglücklich wir mit den Ergebnissen ihrer Handlungen sein mögen. Diese Liebe ist ein Commitment auf Weisen zu handeln, die diese Menschlichkeit hoch halten und sich um das Wohl der anderen Person sorgen – selbst dann, wenn wir gegensätzliche Positionen einnehmen, selbst dann, wenn das, was wir schätzen, auf dem Spiel steht“

geschrieben am 24. September 2017 von Gerhard Rothhaupt

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